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Aktuelles

OKTOBER 2019

Gesetzlich verpflichtende kommunale Wärmeplanung jetzt auch in Baden-Württemberg

Kommunale Wärmeplanung rückt auch in Deutschland zunehmend in den Fokus energiepolitischer Aktivitäten. Diesen Sommer wurde in Baden Württemberg das neue Klimaschutzgesetz beschlossen. Kommunale Wärmeplanung wird darin verpflichtend für alle Gemeinden über 20.000 EinwohnerInnen vorgesehen. Flankiert mit einem entsprechenden Förderangebot sowie einem Leitfaden und ersten Grundlageninformationen (beides in Entwicklung) werden mindestens 103 Städte des deutschen Bundeslandes Wärmepläne entwickeln. Das Förderangebot steht auch kleineren Gemeinden zur Verfügung. Der Zugang zu den notwendigen Daten wird über das Gesetz gewährleistet.

Ziel der Baden-Württembergischen Landesregierung ist es, einen aktiven Beitrag zur Wärmewende, als für den Klimaschutz maßgeblichem Sektor, zu leisten. Insbesondere die Forcierung des Ausbaus netzgebundener Wärmeversorgung wird angestrebt. Damit folgt Baden Württemberg den Aktivitäten in Bayern, wo dieses Jahr das neue System für Energieleitplanung (ENP-Online) implementiert wurde und schafft eine klare gesetzliche Verpflichtung.

Die diesjährige Fachtagung „Nahwärme Kompakt“ (Karlsruhe, 30. September bis 1. Oktober 2019) stellt das Thema kommunale Wärmeplanung in den Fokus. An die 100 ExpertInnen diskutierten über die konkrete Umsetzung. Teil des Programms war auch ein internationaler Erfahrungsaustausch. Neben Dänemark und der Schweiz war auch die österreichische Perspektive aus dem Projekt „Spatial Energy Planning for Heat Transition“ vertreten. Deutlich wurde in der Diskussion vor allem die hohe Relevanz von standardisiert verfügbarer Information. Dies bestätigt den mit dem gemeinsamen Projekt der Bundesländer Steiermark, Wien und Salzburg eingeschlagenen Weg und unterstreicht den auch im internationalen Vergleich einzigartigen Anspruch der nationalen Anstrengungen.

September 2019 - Round Table

Rechtsgrundlagen für die Wärmeplanung

Bausteine effektiver Steuerungsinstrumente für die Wärmewende

Wärmeplanung wird zunehmend als hoheitliche Aufgabe wahrgenommen. Am 18. September trafen sich ExpertInnen aus den Stadt-  und Landesverwaltungen der Bundesländer Vorarlberg, Salzburg, Steiermark und Wien, um sich über die Rechtsgrundlagen auszutauschen.

Energieplanung als hoheitliche Aufgabe

Was werden langfristig die hoheitlichen Aufgaben in der Wärmeplanung sein? Ausgehend von der Annahme eines mittelfristig wirksamen Ausschlusses fossiler Energieträger ergab sich ein relativ klares Bild: Wärmenetze spielen die zentrale Rolle. Sie schaffen Monopolstellung und bedürfen der Regulierung durch die öffentliche Hand. Entflechtung von Gas- und Fernwärme, Anschlusspflicht und die damit verbundene Preisregulierung sowie die notwendige finanzielle Unterstützung werden hier als zentrale Koordinierungsaufgaben gesehen. Darüber hinaus wurde eine Rolle bei der Nutzung und Sicherung der Erneuerbaren Energiepotenziale identifiziert, wobei die verpflichtende Nutzung von Abwärme als besondere Herausforderung betrachtet wird. Die Begrenzung von Lärm- und Luftemissionen werden ebenfalls als hoheitliche Aufgabe auf Landes- und Gemeindeeben erachtet. Einen Wunsch (ohne Eingriffsmöglichkeiten) gibt es zudem betreffend Steuerungsmöglichkeiten zur Forcierung der Dekarbonisierung des Bestands.

Die zentralen Rechtsgrundlagen

Baurecht, Raumordnung, das Förderwesen und Informationspflichten liegen zu großen Teilen und Landes- (legislativ und exekutiv) und Gemeindekompetenz (exekutiv) und stellen die für die Wärmeplanung maßgeblichen Materien dar. In unterschiedlich starker Ausprägung wird das Phase-Out von Öl- und Gas für die kommenden Novellierungen des Baurechts erwartet. Die angedachten Regelungen reichen von der zunehmenden Forcierung hocheffizienter alternativer Systeme bis zum Äquivalenzprinzip, mit dem die CO2 Emissionen gedeckelt werden könnten ohne technologisch einzuschränken.

In der Raumordnung sind die Möglichkeiten unterschiedlicher. In Wien wird aktuell die Verordnung von Energieraumplänen vorbereitet. In Vorarlberg, Salzburg und der Steiermark ist Energieraumplanung als KANN-Option verankert. In anderen Bundesländern fehlen diese Grundlagen noch gänzlich. Noch begrenzter sind die rechtlichen Möglichkeiten zur Vorgabe konkreter Energiesysteme. Während in der Steiermark über den Immissionsschutz explizite, jedoch räumlich sehr eingeschränkte Festlegungsmöglichkeiten bestehen, gibt es in anderen Bundesländern maximal Optionen über die Bebauungsplanung und auch hier bleibt bis auf Weiteres Rechtsunsicherheit bestehen.

Wärmeplanung ist auf eine solide Datenbasis angewiesen. Information kann einerseits über die geförderte Anlagen beschafft werden. Andererseits bietet das Umweltinformationsgesetzt gewisse Spielräume. Eine umfassendere Möglichkeit zur Nutzung relevanter Daten für die Zwecke der Wärmeplanung wird angestrebt.

Schlussendlich sind es die Förderungen, über die aktive Wärmeplanung betrieben werden kann. Die Berücksichtigung räumlicher Bedingungen soll zunehmend Eingang in die Fördervergabe finden und damit die Effektivität des Mitteleinsatzes weiter steigern.

Zentrale Herausforderungen in der Wärmeplanung

1) Forcierung netzgebundene Wärmeversorgung: Netzgebundene Wärmeversorgung wird als einer der Schlüssel für die städtische Wärmewende erachtet. Der verpflichtende Anschluss könnte einen maßgeblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Betrieb von Wärmenetzen leisten. Eine Anschlusspflicht wird jedoch generell als heikel eingestuft und ist jedenfalls nur in Verbindung mit Preisregulierung überhaupt denkbar. Der Eingriff ins Eigentumsrecht benötigt eine solide Begründung. Als zusätzliche Voraussetzung wurde diesbezüglich ein verbindlicher Stufenplan zur Dekarbonisierung von Wärme erachtet, um den ökologischen Vorteil außer Frage zu stellen. Die rechtliche Verankerung von Klimaschutz synonym zur Luftreinhaltung in der Raumordnung könnte dann die Option zur Vorgabe von Netzanschlüssen (oder anderen definierten Systemen; wie in der Schweiz bereits gehandhabt) eröffnen. CO2-Benchmarks in Orientierung an bestehenden ökologischen Optionen stellen einen realistischen Weg für die praktische Umsetzung dar. Zonierungen könnten sich darauf aufbauend als Grundlage nicht nur für die Stärkung der Netze, sondern für den koordinierten Einsatz erneuerbarer Energiepotenziale ganz generell erweisen.

Realistischer als die direkte Anschlusspflicht oder Vorgabe von zonenbezogenen Schwellwerten wird aktuell jedoch die indirekte Forcierung von netzgebundener Wärmeversorgung gesehen. Und hier bedarf es rasch entsprechender Schlüsselmaßnahmen. Die Ankündigung eines in der Zukunft liegenden Verbots unter Berücksichtigung der notwendigen Übergangsfristen (-> frühstestens 2030) des Betriebs fossiler Heizsysteme ist eine wichtige Forderung zur Stärkung der Umstiegs- und Anschlusswilligkeit in Netzverdichtungs- und ausbaugebieten. Raumordnungsfachliche Maßnahmen wie die Erhöhung von Bebauungsdichte und die Nutzungsmischung schaffen wesentliche Grundlagen für den wirtschaftlichen Betrieb von Wärmenetzen. Die Beteiligung und/oder Risikoübernahme beim Ausbau von Infrastruktur durch die öffentliche Hand sind diskutierte jedoch aktuell weniger naheliegende Optionen. Last but not least wird auch die klassische Förderungen von Wärmenetzen für KundInnen UND Betreiber weiterhin eine Rolle spielen.

2) Verpflichtende Abwärmenutzung: Abwärme wird in großen Mengen an die Umwelt rückgekühlt. Dieser negative Umwelteffekt könnte durch deren Nutzung in einen positiven umgewandelt werden. Erste Voraussetzung für die Nutzung von Abwärme ist die Identifikation von Abwärmequellen. Die Schaffung einer rechtlichen Basis für die Nutzung der Daten von Energieaudits, -beratungen und Förderungen wäre diesbezüglich der notwendige Schritt. Und Förderungen sind auch auf direktem Wege relevant: Aufgrund der Ausnahme von ETS-Betrieben aus der UFI sind die Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung eingeschränkt, da es gerade die ETS Betriebe sind, welche über die größten Potenziale verfügen. In der Praxis besteht trotz Wirtschaftlichkeit aufgrund des notwendigen Eingriffs in die Anlagen größte Zurückhaltung, diese Potenziale für die energetische Weiterverwertung nutzbar zu machen. Von den ExpertInnen wird die Verpflichtung als einzige Möglichkeit erachtet diesbezüglich eine Änderung zu bewirken – Geregelt werden könnte diese im Gewerberecht in Form eines Abwärmenutzungsgebots (Abwärme als Wirtschaftsgut) oder eines Abwärmeemissionsverbots.

3) Umgang mit Gebieten dezentraler Wärmeversorgung: Bereits in der Entwicklungsplanung der Gemeinden (geregelt über das ROG) sollten die Optionen für eine nachhaltige Energieversorgung erfasst und so weit wie möglich (in Abhängigkeit der Möglichkeiten im jeweiligen Bundesland) der entsprechende Handlungsrahmen definiert werden. Im Baurecht wird allgemein mit einer weiteren Verschärfung gerechnet, die in den nächsten Jahren zumindest für den Neubau einen Ausschluss fossiler Energieträger bedeuten könnte. Damit wird die Wahl des „richtigen“ nachhaltigen Wärmesystems und die Aufbereitung von Information über die Verfügbarkeit Erneuerbarer Energiepotenziale zur Schlüsselaufgabe. Die Landesregierungen werden hier klar in der Rolle des Verantwortlichen gesehen. Als Steuerungsinstrument für die Wärmeplanung kann von diesen auch die Wohnbauförderung genutzt werden, die beispielsweise beschlossene Zonierungen direkt unterstützten kann.

Ein detailliertes Protokoll zur Veranstaltung ist auf Anfrage bei irina.brunner@salzburg.gv.at verfügbar.

Im EnergyTransition 2050 Projekt „transAT“ wurden seit 2018 Top-Down Maßnahmen für die Energiewende entwickelt. Ein Schwerpunkt betraf den integrierte Einsatz von hoheitlichen Steuerungsinstrumenten zur Forcierung der Wärmewende. In Zusammenarbeit mit dem Projekt „Räumliche Energieplanung für die Wärmewende“ wurden beim Abschlussworkshop am 18. September 2019 die Erkenntnisse zusammengefasst und in einer ExpertInnenrunde disktutiert. Diese Veranstaltung wurde gefördert mit Mitteln des Klima- und Energiefonds.

Juli 2019

GEL S/E/P: „Fazit des ersten Projektjahres“

Seit mittlerweile einem Jahr arbeitet das Konsortium gemeinsam an der Schaffung aller notwendigen Grundlagen für die Implementierung räumlicher Energieplanung. Am 26.06.2019 wurde im Rahmen der ersten Generalversammlung des Projektes „GEL – Spatial Energy Planning“ der Zwischenbericht präsentiert. Neben dem Projektkonsortium waren auch externe TeilnehmerInnen aus den Bereichen Raumplanung, Stadtplanung und Energie präsent. Zusätzlich zur Vorstellung der Schlüsselergebnisse der einzelnen Arbeitspakete aus dem ersten Projektjahr wurde der Blick auch in die Zukunft gerichtet.

Bereits nach einem Jahr kann das Konsortium erste wichtige Ergebnisse vorweisen.

Die Schlüsselergebnisse aus dem ersten Projektjahr lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Daten für die räumliche Energieplanung
    • Die Geo-Datengrundlagen für die energieorientierte Planung wurden identifiziert
    • Die Abklärung der rechtlichen Fragen hinsichtlich des Datenschutzes findet kontinuierlich statt
    • Der Fokus des ersten Projektjahres lag intensiv auf der Verknüpfung der Schnittstellen zwischen den Arbeitspaketen und vor allem der Wechselwirkung zwischen den Fragestellungen auf der einen und den Daten sowie den Methoden und Modellen auf der anderen Seite.
  • Methoden für die räumliche Energieplanung
    • Ein nationaler sowie ein internationaler Methodenworkshop (mit teilnehmenden ExpertInnen aus 6 Nationen) fand statt mit dem Resultat eines Überblicks über den State of the Art der Methoden in den europäischen Ländern
    • Konzeption von harmonisierten Basislayer zur Darstellung der erneuerbaren Energiepotenziale im WÄRMEatlas für alle drei teilnehmenden Regionen (Wien, Steiermark und Salzburg)
  • Spezifizierung der Anforderungen für die WÄRMEapp
    • Anwendungsfälle auf den drei Ebenen wurden in den Regionen identifiziert und anschließend wurden Fragstellungen je Anwendungsfall gesammelt
    • Verknüpfung der Fragestellungen mit der Datenverfügbarkeit sowie den Ansprüchen der Modelle und Konzepte befindet sich im Abschluss
  • Räumliche Energieplanung in der Praxis
    • Wien:
      • Fachkonzept Energieplanung wurde beschlossen
      • Novelle der Wiener Bauordnung hinsichtlich der Möglichkeit zur Verordnung von Energienutzunsplänen ist mit Ende März 2019 in Kraft getreten
    • Steiermark:
      • Fertigstellung Sachbereichskonzept „Kapfenberg“
      • Förderung des Landes zur Erstellung von kommunalen Entwicklungskonzepten (= Sachbereichskonzepten)
    • Salzburg:
      • Erstellung eines Fachkonzeptes Energieplanung als Basis für das neue REK
      • Energie im REK – Stellungnahmen bezüglich der Energieversorgung bei der Erstellung eines REK werden verfasst (Bezug auf ROG Novelle 2017)

Mehr Informationen zu den Projektergebnissen sind auf Anfrage unter folgenden E-Mail Adressen jederzeit erhältlich: alexander.rehbogen@salzburg.gv.at und irina.brunner@salzburg.gv.at

Abbildung: Übersicht der Anwendungsfälle pro Ebene
23.05.2019

Alexander Rehbogen (SIR), Christian Sakulin (EA Steiermark) und Michael Cerveny (Urban Innovation Vienna)

Link zum Beitrag: https://www.klimaaktiv.at/erneuerbare/erneuerbarewaerme/stadt-quartiere/R%C3%A4umliche-Energieplanung.html

Seit vielen Jahre kursiert das Schlagwort „Energieraumplanung“ als potenzieller Schlüssel für den Klimaschutz – und fristete doch bis vor kurzem in Österreich ein gemeinhin theoretisches Dasein. In den letzten Jahren hat sich der Begriff zu erster konkreter Praxis gemausert und diese nimmt nun vor allem im Bereich der Wärme deutlich an Fahrt auf. Was kann sie zur Wärmewende beitragen?

Die (rechtliche) Maßnahmen im Bereich der Bautechnik sowie die damit verbundenen Förderungen haben maßgeblich zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor beigetragen. Die Ausdehnung der Betrachtungsweise über das Einzelobjekt hinaus birgt über die Instrumente der Energieraumplanung großes Potenzial, das nächste Level auf dem Weg zur Wärmewende zu erreichen. Für die Wärmewende müssen erneuerbare Energiepotenziale maximal genutzt werden. Gerade in Städten wird die netzgebundene Wärmeversorgung dazu als Schlüssel erachtet. Sowohl die Nutzung erneuerbarer Energiequellen als auch die Entwicklung von nachhaltigen Wärmenetzen können mit den Instrumenten der Energieraumplanung maßgeblich unterstützt werden.

Moderne GIS Methoden können effektive Hilfestellungen in der Wärmeplanung liefern. Sie visualisieren

  • Wärmebedarf
  • bestehende Wärmeversorgungsinfrastruktur und
  • verfügbare nachhaltige Energiepotenziale

und können damit als zentrale Informationsquelle die Planung der Wärmeversorgung eines Gebäudes oder Areals unterstützen. Suchkosten für verfügbare Wärmequellen werden auf ein Minimum reduziert. Mit dem WÄRMEatlas verfügen beispielsweise Salzburg oder Gleisdorf über ein GIS Werkzeug, welches in konkreten Bauvorhaben Anwendung findet und nun schrittweise für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Wien verfügbar gemacht wird. Die GIS Instrumente der Energieraumplanung sind dabei weit mehr als eine Informationsquelle. Sie sind Grundlage für die direkte Unterstützung der Wärmewende durch die Gebietskörperschaften und alle anderen relevanten Akteure.

Für den Ausbau nachhaltiger Wärmenetze ist Investitionssicherheit Voraussetzung. Gerade die Konkurrenz der oft parallelen Infrastrukturen Wärmenetz und Gasnetz ist (auch volkswirtschaftlich) unwirtschaftlich. Energieraumplanung ermöglicht die langfristige Entflechtung und Vermeidung (auch volkswirtschaftlich) ineffizienter doppelter Infrastrukturen. Wien (als Bundesland) setzte hier mit einer Verordnungsermächtigung zur Erlassung von „Energieraumplänen“ in der Bauordnungsnovelle 2018 einen Meilenstein. Das ermöglicht Wien (als Gemeinde) ab sofort Gebiete ausweisen zu können, in denen aus Gründen des Klimaschutzes und der (langfristigen) Entflechtung doppelter Infrastrukturen besondere Anforderungen hinsichtlich der Wärmeversorgung von Neubauten (potenziell auch von Bestandsbauten) verlangt werden können. In einem ersten Schritt wird nun die Verordnung von Energieraumplänen vorbereitet, die – in den von der Verordnung betroffenen Gebieten – jegliches fossiles Heizsystem in Neubauten ausschließt. In diesen Gebieten ist überall sowohl Fernwärme verfügbar – ihr Ausbau bzw. ihre Verdichtung soll unterstützt werden – als auch jedes andere „hocheffiziente alternative System“ (Wärmepumpen, Biomasse etc.) möglich.

Und dieser Weg – über Raumordnungsinstrumente die Weichen für erneuerbare Energieversorgung zu stellen – wird auch von Salzburg und der Steiermark entschieden verfolgt. Im ländlichen Raum steht im Kontext der Infrastruktur neben der Entflechtung vor allem die bauliche Entwicklung neuer Flächen im Fokus der Betrachtung. Hohe Dichte, Zentralität und die Möglichkeit an bestehende Wärmenetze anzuschließen sind maßgebliche Kriterien für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in der Wärmeversorgung und werden mit verschiedenen Instrumenten direkt forciert.

Ganz in diesem Sinne ist im Land Salzburg die Energieversorgung seit Anfang 2018 verpflichtender Inhalt der örtlichen Entwicklungskonzepte für Städte und Gemeinden. Diese bilden wiederum Grundlage für die Nutzung weiterer Rechtsinstrumente. So wurde in der Stadt Salzburg dieses Jahr erstmalig eine nachhaltige Wärmeversorgung über einen Bebauungsplan festgeschrieben. In der Steiermark werden ebenfalls seit 2018 einerseits Grundlagendaten zur Energieraumplanung für alle Gemeinden zur Verfügung gestellt und andererseits die sogenannten Sachbereichskonzepte Energie für die örtlichen Entwicklungskonzepte sowie Energiekonzepte für Arealentwicklungen mit einer attraktiven Förderung unterstützt.

Der Zusammenhang mit Förderungen wirkt auch in die umgekehrte Richtung. So kann Energieraumplanung einen wichtigen Beitrag zum effizienten Einsatz von Fördermitteln leisten. Im Bundesland Salzburg wird beispielsweise im Bereich bestehender nachhaltiger Wärmenetze ausschließlich ein Netzanschluss gefördert und auf diese Weise maximale Effizienz in der Nutzung der Infrastruktur sichergestellt.

Dieser Trend, räumliche Informationen zu verfügbaren erneuerbaren Energiequellen verstärkt zu nutzen und auch über rechtliche Instrumente alternative Wärmeversorgungssysteme und insbesondere nachhaltige Wärmenetze zu forcieren, wird aktiv fortgeschrieben. Um die Aktivitäten und Kompetenzen zu bündeln und voneinander zu lernen haben sich die drei Bundesländer Wien, Steiermark und Salzburg zusammengeschlossen und arbeiten im Projekt „Räumliche Energieplanung für die Wärmewende“ im Rahmen des vom Klima- und Energiefonds finanzierten Green Energy Lab (www.greenenergylab.at) seit vergangenem Herbst an der Schaffung aller notwendigen Grundlagen zur breiten Implementierung von räumlicher Energieplanung und beschleunigen damit die Verbreitung zusätzlich.

Klimaaktiv ist vielfach mit räumlicher Energieplanung verknüpft – über die Programme klimaaktiv erneuerbare wärme, klimaaktiv siedlungen und quartiere oder klimaaktiv QM heizwerke. Im Rahmen des Letzteren setzten sich am vergangenen Freitag, dem 17.5.2019, knapp 100 ExpertInnen in der Fachtagung der Nahwärmebranche mit dem Thema Energieraumplanung und Wärmenetze auseinander. Energieraumplanung ist endgültig in der Praxis angekommen.

Informationen zum Projekt und zu allen aktuellen Entwicklungen finden Sie unter www.waermeplanung.at, www.greenenergylab.at

23.05.2019

Smarte Quartiersentwicklung

Bei der (Weiter)Entwicklung von Quartieren sind viele Themen zu berücksichtigten. Wie auch die erneuerbare Energieversorgung bestmöglich berücksichtigt werden kann, war Inhalt des Universitätskurses „Smarte Quartiersentwicklung in kleineren und mittelgroßen Städten“ am 9. Mai in Salzburg.

Das Institut für Städtebau der TU Graz hat in Kooperation mit dem Department für Raumplanung der TU Wien und dem SIR – Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (klimaaktiv Regionalpartner) heuer erstmals den Universitätskurs für „Smarte Quartiersentwicklung in kleineren und mittelgroßen Städten“ angeboten und diesen im November 2018 gestartet. Auf dem Lehrplan stehen Themen wie Öffentlicher Raum, Mobilität, Innenentwicklung, Governance, Energie und Technische Infrastruktur. Der Block 3 fand am 09. Mai in Salzburg statt und hat sich mit dem Themenkomplex Energie beschäftigt.

Inhalte des Modul Energie

Schwerpunkt im Modul Energie war, wie die Energiewende im Kontext kleiner und mittelgroßer Städte gelingen könnte und welche Aktivitäten dazu auf Quartiersebene umgesetzt werden müssten. Nach der Einführung durch Helmut Strasser (SIR), hat Gerhard Löffler vom Land Salzburg (Referat Energiewirtschaft und -beratung) gezeigt, welche Optionen für eine erneuerbare Wärmeversorgung überhaut zur Verfügung stehen und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen. Alexander Rehbogen hat darauf aufbauend aktuelle Grundlagen für die Energieplanung vorgestellt und gezeigt, welche Instrumente Gemeinden bereits heute in den Händen halten und was es noch bräuchte.

Übung macht den Meister

Am Nachmittag hatten die TeinehmerInnen dann die Möglichkeit durch Anleitung von Oskar Mair am Tinkhof das gelernte Wissen an den mitgebrachten Fallbeispielen anzuwenden und relevante Fragestellungen in Kleingruppen zu diskutieren. Zentrale Erkenntnis für die TeilnehmerInnen war, dass die erneuerbare Energieversorgung von Quartieren einen wesentlichen Baustein für das Gelingen der Wärmewende darstellt. Für die Berücksichtigung des Themenkomplexes Energie fehlen in der Stadtverwaltung aber oftmals noch die Ressourcen bzw. das entsprechende Fachwissen. Eine Erkenntnis, welche auch das klimaaktiv Team aus vierjährigen Bemühungen erneuerbare Wärme in Stadtquartieren zu forcieren, gewonnen hat. klimaaktiv erneuerbare wärme unterstützt daher mit kostenfreien Beratungsangeboten, maßgeschneiderten Wegweisern und Checklisten auf dem Weg zu nachhaltigen und kostengünstigen Energieversorgungslösungen.

Link: https://www.tugraz.at/studium/studienangebot/universitaere-weiterbildung/kurse-und-seminare/smarte-quartiersentwicklung-in-kleinen-und-mittelgrossen-staedten/

23.05.2019

NEUE CHANCEN FÜR WÄRMENETZBETREIBER DURCH RÄUMLICHE ENERGIEPLANUNG

Von Nah- und Fernwärmebetreibern wird gefordert, die Wärmewende voranzutreiben und die Systeme mit Hilfe neuer Wärmenetztechnologien und alternativer Wärmequellen flexibler, effizienter und zu 100% erneuerbar zu gestalten. Gleichzeitig soll der Anschluss neuer Kunden vorangetrieben sowie langfristige Versorgungssicherheit und Leistbarkeit gewährleistet werden.Eines ist klar: Nah- und Fernwärmesysteme werden komplexer. Aber neue Ansätze bieten neue Chancen auch für den wirtschaftlichen Erfolg! Einer davon findet sich in Form der räumlichen Energieplanung und so bildete das Thema den Schwerpunkt der diesjährigen nationalen Fachtagung der HeizwerkbetreiberInnen.

Welche Möglichkeiten gibt es, BetreiberInnen, PlanerInnen aber auch Politik und Förderstellen dabei zu unterstützen die Weichen für die Zukunft zu stellen, alle regional verfügbaren Potentiale (KundInnen, Versorgungsgebiete, Wärmequellen, Systemkoppelungen,…) bestmöglich zu nutzen und die richtigen Entscheidungen zu treffen? Die räumliche Energieplanung kann in Zukunft wertvolle Hilfestellungen und Entscheidungsgrundlagen liefern, um langfristige Entwicklungen in die richtige Richtung zu lenken. Zudem bieten Technologie-Updates große Potentiale (z.B. im Bereich Regelung und Lastmanagement), den Betrieb komplexer Systeme zu erleichtern und nachhaltiger zu betreiben.

Die diesjährige qm heizwerke-Fachtagung wurde in Zusammenarbeit zwischen der AEE Intec und dem Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR) stellvertretend für das VORZEIGEREGION ENERGIE Projekt „Räumliche Energieplanung für die Wärmewende“ veranstaltet. Weiter Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter:

https://www.klimaaktiv.at/erneuerbare/effiziente_heizwerke/fachtagung2019.html

02.05.2019

ENP Online – Energie. Digital. Kommunal. Energieplanung in Bayern

In Deutschland wird ebenfalls intensiv an der räumlichen Energieplanung gearbeitet. Am 02.05 fand in München die Veranstaltung „Energie.Digital.Kommunal“ zum Thema Energieplanung und den kommunalen Energienutzungsplänen in Bayern statt. Unter den TeilnehmerInnen befanden sich neben zahlreichen Kommunen, die Kommunalpolitik, Energieagenturen, Energieversorger sowie Fachleute aus der Energiebranche und der Forschung.

Energienutzungspläne sollen die Kommunen in Bayern dabei unterstützen ihre Energiepotenziale effektiv und ökonomisch einzusetzen, um so für eine optimale und nachhaltige Wärmeversorgung zu sorgen. Durch die nun vorhandene Digitalisierung der Energienutzungspläne soll das Verfahren erleichtert und optimiert werden. Die Erstellung von Energienutzungsplänen sowie Energiekonzepten in Bayern wird über Bayern Innovativ gefördert. Auch besteht die Möglichkeit der Förderung einer Umsetzungsbegleitung für die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen eines Energienutzungsplans innerhalb einer Kommune.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und dem Energienutzungsplan finden Sie unter:

https://www.enp-online.de/news/

23.04.2019

Workshop – „Strategie und Monitoring“ in der räumlichen Energieplanung

Am 23.04.2019 fand in Graz ein Austauschworkshop mit 23 TeilnehmerInnen aus Wien, Salzburg und der Steiermark zum Thema „Strategie und Monitoring“ statt. Ziel war es, die Nutzung der WÄRMEapp für konkrete Verwaltungsprozesse im Bereich Strategie und Monitoring zu präzisieren.

Sowohl auf Landes- als auch auf Gemeindeebene gibt es zahlreiche Prozesse betreffend Berichtswesen und Strategieentwicklung, die durch automatisierte Abfragen direkt bedient werden können. Zentrale Anwendungen mit hoher Relevanz und Wiederholung wurden im Monitoring des e5 Programms für energieeffiziente Gemeinden (insgesamt über 100 Städte und Gemeinden) und der Klima- und Energie-Modellregionen (aktuell ebenfalls knapp 100 Regionen) identifiziert und gemeinsam mit anwesenden ExpertInnen aus den beiden Programmen bearbeitet. Beide Programme werden in Salzburg und der Steiermark jeweils über die am Projekt beteiligten Organisationen betreut und sollen künftig in ihrer Arbeit durch automatisierte Analysen unterstützt werden. In Wien wiederum soll es für alle Bezirke in Zukunft automatisierte Energieberichte geben. Hinzu treten – primär auf Landesebene – diverse Berichte und Strategieprozesse, die in einer stärker individualisierten Form über Analysen aus den im Projekt verfügbar gemachten Daten bedient werden können.

In den Fragestellungen und Darstellungen gibt es eine große Deckung zwischen den Anwendungen und den Bundesländern, die nun in einer gemeinsamen Analysefunktion der WÄRMEapp automatisiert werden. Durch die WÄRMEapp wird in maximaler Effizienz nicht nur zusätzliche, sondern auch regelmäßig aktualisierte Information für Städte und Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.

17.04.2019

Kommunale Wärmeplanung geht in die nächste Phase

„Kommunale Wärmeplanung geht in die nächste Phase“ Auch in Deutschland wird intensiv an der Einführung kommunaler Wärmeplanung gearbeitet. Ende März beschäftigte sich das Umweltrechtliche Symposium in Leipzig mit den zentralen Herausforderungen einer umweltgerechten Stadtplanung. Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung mit Instrumente der räumlichen Energieplanung werden auch im Nachbarland als zentraler Schlüssel gesehen. Lesen Sie anbei den Beitrag von Christian Maaß vom Hamburg Institut.

https://www.hamburg-institut.com/images/pdf/vortraege/190337_UFZ_Wrmeplanung.pdf

11.04.2019

FACHAUSTAUSCH ZONIERUNG

In der räumlichen Energieplanung ist die Festlegung von Bereichen mit ähnlichen Eigenschaften bzw. ähnlichen Vorgaben eine verbreitete Methode zur raumsachlichen Differenzierung. Werden diese Bereichsfestlegungen im Rahmen eines Instrumentes einer Gebietskörperschaft zur Steuerung von Entwicklungsprozessen eingesetzt, dann spricht man von „Zonierung“.

Am 2. April 2019 trafen sich ca. 20 Expertinnen und Experten in Wien zu einem Fachaustausch um die Anwendung der Zonierung im Projekt Spatial Energy Planing zu diskutieren. Die VertreterInnen aus den beteiligten Gebietskörperschaften und den beteiligten wissenschaftlichen Institutionen hatten sich zum Ziel gesetzt, die in der Praxis der Gebietskörperschaften im Rahmen der Energieraumplanung bereits angewandten Zonierungsmethoden, zu analysieren.

Die Präsentationen zeigten, dass die Frage der Zonierung der leitungsgebundenen Wärmeversorgung im Zentrum des Interesses aller Gebietskörperschaften steht. Im Zuge der Transformation der urbanen Energieversorgung wird es immer wichtiger, möglichst viele Gebäude über effiziente Wärmenetze auf Basis regenerativer Energieträger zu versorgen. Die Identifikation von Gebieten mit dem höchsten Potential, eine derartige Wärmeversorgung umzusetzen, und die darauf aufbauende Forcierung durch verschiedene hoheitliche Steuerungsinstrumente seitens der Gebietskörperschaften sind zentrale Aktivitäten im Rahmen des Projektes.

Die im Zuge des Klimawandels stetig steigende Notwendigkeit Gebäude aktiv zu kühlen ist in bestimmten Konstellationen aus Baualter, Bebauungsdichte und fehlenden Grünräumen besonders ausgeprägt und wird mittelfristig zu gesundheitlichen Belastungen, insbesondere von Kindern, Kranken und älteren Menschen führen. Die Identifikation der urbanen Gebiete mit besonders ausgeprägtem Kühlbedarf, wurde als zweiter zentraler Anwendungsfall der Zonierung identifiziert. Die Ausweisung und grafische Darstellung derartiger Hotspots wirkt bewusstseinsbildend und kann in der Folge als Grundlage zur Entwicklung von Gegenmaßnahmen herangezogen werden.

Ebenfalls behandelt wurden die Erneuerbaren Energiepotenziale. Diese sind zwar nicht als Zonen im Sinne einer klaren Gebietsabgrenzung und somit als Grundlage für den Einsatz von rechtlichen Steuerungsinstrumenten zu sehen, haben jedoch im Hinblick auf die auf die Informationsarbeit sowohl im Behördenprozess als auch in der Schaffung von Planungsgrundlagen für die InvestorInnen und Ziviltechniker eine wichtige Rolle. Die Entwicklung von harmonisierten Zugängen zur Identifikation und Darstellung der verschiedenen Erneuerbaren Energiepotenziale, über die drei teilnehmenden Bundesländer hinweg, wurde im Workshop ebenfalls diskutiert und wird ein wichtiges Ergebnis des Projektes sein.

Die Ergebnisse des Fachaustauschs Zonierung fließen direkt in die laufende Methodenentwicklung ein.

01.04.2019

Workshop – Spatial Energy Planning in der Arealentwicklung

Am 1. April 2019 fand im Rahmen des Projekts Spatial Energy Planning im Wiener Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnareal ein ganztägiger Workshop zum Thema „Räumliche Energieplanung in der Arealentwicklung“ statt.

20 Experten und Expertinnen aus Salzburg, Wien und der Steiermark diskutierten hier miteinander wie digitale Wärmekarten und Werkzeuge die Prozesse rund um die Planung der Wärmeversorgungslösungen unterstützen können. Die behandelten Fragestellungen reichten von der Darstellung leitungsgebundener Versorgungsinfrastruktur über erneuerbare Energiepotentiale am Standort bis hin zu Eignungsprüfungen von alternativen hocheffizienten Heizsystemen (Alternativenprüfung Wärmeversorgung) sowie den Grenzen und Möglichkeiten von Wirtschaftlichkeitsanalysen.

Zum Abschluss des Workshops fand für die TeilnehmerInnen eine spannende Führung durch das Stadtentwicklungsgebiet Nordbahngelände durch die Wiener Magistratsabteilung 21 (Stadtentwicklung und Flächennutzung) statt.

01.04.2019

Räumliche Energieplanung für kommunalen Klimaschutz

Anfang April fand in Seeham das erste Modul zum Lehrgang „Kommunaler Klimaschutzbeauftragter“ des Klimabündnisses Österreich statt.

Ziel dieser Lehrgänge ist die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen in den Bereichen Klimawandel und Klimaschutz mit besonderem Augenmerk auf den kommunalen Bereich. Die TeilnehmerInnen an dieser Ausbildung setzen sich aus GemeindevertreterInnen und –mitarbeiterInnen, regionalen und kommunalen MultiplikatorInnen, Mitgliedern von e5-Teams, eea(R)-Teams, Klimabündnis-Arbeitskreisen und Klima- & Energiemodellregionen und MitarbeiterInnen der öffentlichen Verwaltung zusammen. Der Lehrgang besteht aus 3 zusammenhängenden Modulen zu je 2 Tagen.  Mehr Informationen unter:
https://www.klimabuendnis.at/kommunaler-klimaschutzlehrgang

Dieses Jahr war Räumliche Energieplanung erstmals als Thema mit dabei. Der letzte Stand aus „Räumliche Energieplanung für die Wärmewende“ wurde präsentiert und wurde vor allem in den Raumplanungaspekten mit den TeilnehmerInnen diskutiert.

11.03.2019

Workshop – Neue Chance für Wärmenetze durch RÄUMLICHE ENERGIEPLANUNG

Eine abgestimmte Wärme- und Infrastrukturplanung von Gebietskörperschaften und Energiedienstleistern ist ein maßgeblicher Hebel für die Wärmewende.

Mehr als 20 Energiewirtschaftsexpert*innen von Energieversorgungsunternehmen, Contractoren und Gebietskörperschaften aus ganz Österreich diskutierten am 27. Februar 2019 über die Möglichkeiten und Chancen räumlicher Energieplanung. Folgende Fragen standen dabei im Zentrum:

  • Wie kann räumliche Energieplanung die netzgebundene Wärmeversorgung unterstützen?
  • Welche Informationen stehen künftig für die innovative Wärmeplanung zur Verfügung?
  • Welche neuen Marktchancen entstehen in der gebäudeübergreifenden Wärmeversorgung?
  • Was sind die Ansprüche und Bedürfnisse der Energiedienstleister?

Im Workshop wurden folgende konkrete Vorschläge und Empfehlungen erarbeitet:

  • Das Phase-Out von Öl und Gas wird zukünftig weitere Möglichkeiten für bestehende Netze eröffnen. Für die Nachverdichtung (vor allem im Bestand) ergeben sich überwiegend technische und organisatorische Herausforderungen, die vor allem das Schaffen von Rahmenbedingungen, gezieltes räumliches Lenken durch Förderungen und innovative Ansätze erfordern.
  • Neben der Netzverdichtung ist die Netzerweiterung ein wichtiger Beitrag zur Wärmewende. Für die Netzerweiterung in der Sanierung und im Neubau ist die Planungssicherheit ausschlaggebend.
  • Das Erschließen neuer Potentiale bedarf einer Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Abwärme und Überschusswärme-Nutzung sowie innovativer Ansätze in Gebietskörperschaften. Der Wärmeatlas wird als Chance wahrgenommen, die Erschließung unterstützen zu können.
  • Bei der Ausschreibung von gebäudeübergreifenden Wärmenetzen ist die Unterstützung der öffentlichen Hand wichtig: zu Beginn sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, sodass eine Vergabe der Errichtung und des Betriebs der Wärmeversorgung möglich ist. Mit zusätzlichen Förderungen können innovative Ansätze verstärkt realisiert werden.
  • Innovative Geschäftsmodelle und Organisationsformen unterscheiden sich aufgrund der Rahmengbedingungen zwischen den Bundesländern und werden noch von regulativen Vorgaben limitiert.
  • Der Wärmeatlas kann einen wichtigen Beitrag zur internen Netzplanung leisten. Zusätzliche Informationen bezogen auf die zeitliche Entwicklung von Gebieten (wie Entwicklungs- und Umstrukturierungsflächen) sowie der Eigentümerstruktur (privat vs. öffentlich) werden als essentielle Erweiterung des derzeitigen Modelles gesehen.

In der nächsten Projektphase werden diese Informationen weiter gebündelt und entsprechende Hürden und Verbesserungsvorschläge mit den verantwortlichen Stellen diskutiert (im Projekt teilnehmende Städte, Bundesländer) bzw. an diese kommuniziert (Bund).

Das Projekt Spatial Energy Planning for Heat Transition strebt auch weiterhin einen engen Austausch zwischen den Akteur*innen an und wird weitere Formate dazu nutzen. Ziel ist es in der Wärmeplanung eine effektive Kooperation zwischen den Akteur*innen zu etablieren und Gemeinschaftsprojekte für die Wärmewende zu ermöglichen.

Ausführliches Protokoll auf Anfrage erhältlich!

28.02.2019

Projektmeeting in Wien

Eine große Herausforderung stellt in der Praxis der räumlichen Energieplanung die Nutzung der Daten dar. Eine hohe zweistellige Anzahl an verschiedenen Datenbanken je Bundesland wird den WÄRMEatlas speisen. Bei der Nutzung der Daten in den Visualisierungen und Analysen ist die Qualität jeweils individuell zu berücksichtigen. Außerdem sind die Grundsätze des Datenschutzes für jede Datenquelle und für jeden Verwendungszweck einzeln zu regeln. Am 28.2. kamen beim Projektmeeting in Wien ExpertInnen aus allen drei Bundesländern sowie den wissenschaftlichen Partnern zusammen, um eine Bearbeitungsstruktur für den Zusammenhang zwischen Daten, Modellen und Anwendungszwecken zu erarbeiten. Das Projektmeeting hat einmal mehr die Stärke der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Energieagenturen und Gebietskörperschaften gezeigt und uns einen großen Schritt nach vorne gebracht.

23.-24.01.2019

Internationaler Methoden-Austausch-Workshop für Spatial Energy Planning

Ziel dieses interaktiven zweitägigen Workshops in Wien war der Austausch von aktuellen und innovativen Methoden und Ansätzen für unterschiedliche Aspekte der räumlichen Energieplanung.

Insgesamt mehr als 40 führende nationale und internationale ExpertInnen im Feld der räumlichen Energieplanung folgten der Einladung und diskutierten über deren Konzepte und Methoden.

Am ersten Tag lag mit 18 Präsentationen für das Berechnen und Kartieren von Wärme- und Kältebedarf und den Dichten, sowie mit 13 Präsentationen für das Erstellen von Szenarien des zukünftigen Wärmebedarfes, ein Fokus auf der Vorstellung der angewandten Methoden und Konzepte der ExpertInnen aus sechs verschiedenen Ländern. Zusätzlich wurden die wichtigsten Anwendungsfälle für die räumliche Energieplanung in den Handlungsfeldern diskutiert.

Am zweiten Tag wurden in weiteren 13 Präsentationen Methoden und Konzepte für das Zonieren von Fernwärmegebieten vorgestellt.

Nach einer Keynote Präsentation zu Datenschutzfragen hinsichtlich der räumlichen Energieplanung wurde in fünf intensiven Diskussionsrunden die Anwendbarkeit der Methoden für die Wärmebedarfsberechnung und Kartierung, für die Ermittlung der Potentiale erneuerbarer Wärme, für die zukünftige Entwicklung des Wärmebedarfes sowie auch die Ansätze der Zonierung hinsichtlich der besprochenen Anwendungsfälle diskutiert.

Für die zukünftige Entwicklung des Wärmebedarfs ergaben sich folgende vier Einflussfaktoren:

  1. Entwicklung des Gebäudebestandes,
  2. Verdichtung und Neubau,
  3. Technologiewechsel,
  4. Verhaltensänderungen und Klimawandel

Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Für den Datenschutz sind klarere Richtlinien notwendig, vor allem bezüglich der Frage welche Art von Daten unter welchen Bedingungen wofür verwendet werden dürfen. Derzeit wir die Einstufung energiebezogener Gebäudedaten als persönlich oder nicht-persönlich von den EU Ländern unterschiedlich interpretiert.
  • Die Genauigkeit der Methoden zur Berechnung und Darstellung des Wärmebedarfs ist hauptsächlich von der verfügbaren Datenlage abhängig, welche wiederum stark von den politischen Vorgaben bestimmt ist.
  • Die Potentiale Erneuerbarer sollten als nutzbares Potential ausgegeben werden und am besten einem Ranking unterzogen werden, wobei das Gegenspiel Nachfrage vs. Potential stark von den Kosten für eine Sanierung und Kosten für die Infrastruktur zur Erschließung bestimmt werden.
  • Der Begriff Zonierung erfordert ein einheitliches Wording.
  • Sowohl Top-down, als auch Bottom-up Methoden werden benötigt um auf den drei Ebenen der Handlungsfelder der räumlichen Energieplanung Anreize zu schaffen und Vorschriften zu erlassen.
09.01.2019

Städteaustausch: „Energie in der räumlichen Entwicklungsplanung“

Am 09.01.2019 fand der Workshop „Städteaustausch: „Energie in der räumlichen Entwicklungsplanung“ in Salzburg statt. In diesem eintägigen Workshop wurde mit TeilnehmerInnen aus den Bereichen Raumplanung, Stadtplanung und Energie sowie mit ProjektpartnerInnen und VertreterInnen der teilnehmenden wissenschaftlichen Institutionen in einem interaktiven Format gearbeitet. Insgesamt nahmen VertreterInnen aus neun Städten (Wien, Graz, Kapfenberg, Gleisdorf, Villach, Salzburg, Zell am See, Innsbruck, Bregenz) an dem Workshop teil.

Der Workshop widmetet sich der Umsetzung und Integration des Themenbereichs Energie innerhalb der räumlichen Entwicklungsplanung. Ziel war die Schärfung der Inhalte in der Bearbeitung des Themenkomplexes innerhalb der städtischen Raumplanung.

Der Fokus der Energie in der räumlichen Entwicklungsplanung wurde im Bereich der Wärmeversorgung gesetzt. Die Bereiche Strom und Mobilität im Hinblick auf die Wärmeversorgung spielen ebenfalls eine zu berücksichtigende Rolle. 

Eine wichtige Rolle spielt die Darstellung und Berücksichtigung Erneuerbarer Energiepotenziale im Behördenprozess.

Als zentrales Instrument in der räumlichen Entwicklungsplanung im Kontext der Wärme wurden von den Städten Zonierungspläne identifiziert. Durch eine Implementierung von Wärme-Zonierungen kann eine Wärmewende und ein Ausschluss von fossilen Energieträgern forciert werden. Zonierungen werden in allen Städten vorerst bezogen auf netzgebundene Wärmeversorgung fokussiert. Zahlreiche weitere Optionen für Zonierungen wurden identifiziert. So könnten als zukünftige Schwerpunkte bei Zonierungen beispielsweise die Grünraumplanung und die sogenannten Urban Heat Islands eine Rolle spielen.

Als Grundlage für die Umsetzung der Energie in der räumlichen Entwicklungsplanung müssen gesetzliche Verankerungen für verbindliche Festlegungen und Verordnungsermächtigungen aktiv getroffen werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Fokussiert wird in der räumlichen Energieplanung die Wärmeversorgung,
    Mobilität und Strom werden im Hinblick auf die Wärmeversorgung betrachtet
  • Gesetzliche Verankerungen für verbindliche Festlegungen und Verordnungsermächtigungen werden benötigt
  • Zonierungen für Netzgebiete als ein grundlegender Lösungsansatz für die Wärmewende

Ein detailliertes Protokoll ist auf Anfrage unter folgender E-Mail-Adresse verfügbar: irina.brunner@salzburg.gv.at

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